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Stefan Vetter, Ihr Makler in Wunsiedel, informiert aktuell über Geld- und Versicherungsangelegenheiten

Sollten Privatanleger Indexfonds kaufen?

Sind Indexfonds nur zum "Zocken" sinnvoll?

Das andauernde Zinstief bewirkt inzwischen ein Umdenken aus ganz unerwartetem Bereich. Inzwischen empfehlen sogarVerbraucherschützer und Stiftung Wartentest für die langfristige Geldanlage die Investition in Aktienfonds.

Diese Aussage ist auch vollkommen richtig und das nicht erst jetzt. Sondern diese Aussage war schon immer richtig und wird auch immer richtig sein. Wenn ein Privatanleger Geld langfristig investieren möchte, sollte dieses Geld auch für ihn arbeiten. Langfristig arbeitet Geld allerdings nur in der produzierenden Wirtschaft, in der Beteiligung in wahren Unternehmenswerten, also in der Anlage in Aktien. Die beste und bequemste Lösung für einen Privatanleger sind somit Anlagen in Aktienfonds.

Bis hierhin also so weit, so gut. Allerdings begehen dieVerbraucherschützer und auch Stiftung Warentest dann einen großen Fehler. Sie empfehlen die Anlage in sogenannteIndexfonds, auch ETF's, bezeichnet. Warum? Weil diesekostengünstiger sind. Hier setzt die Empfehlung allerdings viel zu kurz an und kann am Ende zu enttäuschten Erwartungen und sogar auch zu Verlusten für den Anleger führen.

Es sollte doch für den Privatanleger die Frage gestellt werden, ob für seine Anlage kostengünstig gleich besser bedeutet. Jede Privatperson hat in ihrem täglichen Umfeld häufig die Erfahrung gemacht, dass das Resultat einer Dienstleistung, die "billig" ist, nicht unbedingt auch gut sein muss und zum gewünschten Ergebnis führt.

Gern werden von Verbraucherschützern Statistiken zur Unterstützung Ihrer These herangezogen, die besagen, dass 90% der aktiven Fonds es nicht schaffen, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Anleger sollten diese Statistiken gründlich beleuchten, um daraus nicht fatale Schlüsse für ihre eigene Anlage zu ziehen. In Deutschland sind aktuell ca. 20.000 Publikumsfonds zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Mal angenommen, davon werden 10% aktiv gemanagt, also 2.000. Wenn es 90% nicht gelingt, ihren Vergleichsindex zu schlagen, bleiben 10% und somit ca. 200 Publikumsfonds übrig. Also ca. 200 Fonds, die tatsächlich für den Anleger einen Mehrwert bieten. Kein Privatanleger benötigt für seine individuelle Anlage 200 verschiedene Fonds. Meistens genügt eine deutlich geringere Auswahl.

Eine solche Statistik kann auch für passive Fonds, also dieIndexfonds (ETF's) erstellt werden. Wie viel Prozent der passiven Fonds schaffen es, ihren jeweiligen Vergleichsindex zu schlagen? Die Antwort ist einfach - kein einziger, da auch solche Fonds interne Gebühren haben.

Somit lautet das Endergebnis für den Anleger, dass es ca. 200 Fonds als Anlageuniversum gibt, die für seine finanziellen Wünsche eine Lösung darstellen.

Ein weiterer Grund, warum es für einen Privatanleger keinen Sinn macht, langfristig Indexfonds zu kaufen:

Wenn ein Anleger einen Indexfonds erwirbt, kauft er somit einen bestimmten Markt. Zum Beispiel, ein Kunde erwirbt einenIndexfonds auf den Deutschen Aktienindex DAX. Das bedeutet, dass der Kunde vollautomatisch diesen ganzen Markt erwirbt, also auch die unrentablen "schlechten" Unternehmen, die sich in diesem Markt befinden. Ein Anleger sollte nicht nur im Moment sehr genau überlegen, ob er wirklich alle diese Unternehmen erwerben möchte. Auch das Thema des richtigen Einstiegszeitpunktes, des Timings, rückt viel stärker in den Vordergrund. Mit der Investition in einen Indexfonds handelt der Anleger immer absolut prozyklisch und läuft somit den Märktenhinterher.
Indexfonds eignen sich häufig nur dann, wenn ein Anleger für einen kurzfristigen Zeitpunkt in einen ganz bestimmten Markt (Region oder Sektor) investieren möchte, bei dem er sicher davon ausgehen kann, dass dieser steigen wird. Und die kurzfristige Anlage in Aktien-Index-Fonds kommt dem "Zocken" doch schon recht nahe. Ein Beispiel könnte die aktuelle Krise um Russland und Ukraine darstellen. Der russische Aktienmarkt ist aktuell "extrem" günstig. Bietet das eine Gelegenheit, kurzfristig auf Kursgewinne zu hoffen? Eines ist klar, dazu gehört eine hohe Bereitschaft an Risiko und das Quäntchen Glück, das richtige Timing zu erwischen. Mit langfristiger Geldanlage hat das allerdings kaum etwas zu tun.

Was macht nun ein aktiver Fondsmanager? Er analysiert z.B. einen kompletten Markt (Region oder Sektor), in den er investieren möchte, sehr genau. Er möchte verstehen, wie dieser funktioniert. Vor allem auf Unternehmensebene analysiert ein aktiver Fondsmanager sehr genau, wie qualitativ hochwertig und "gesund" ein Unternehmen ist. Ob das Geschäftsmodell verständlich ist und sich die Firma auch zukünftig gut positioniert hat, möglichst unabhängig von Entscheidungen der Politik oder Zentralbanken. Es macht Sinn, Aktien dieser qualitativ hochwertigen Unternehmen dann zu kaufen, wenn deren Kurszum Kauf gerade günstig ist. Die Gefahr, dass diese gesunden Unternehmen weiter im Kurs verlieren, ist geringer. Die Chance auf Kursgewinne, vor allem wenn andere Marktteilnehmer erkennen, wie qualitativ hochwertig und auch noch unterbewertet diese Unternehmen sind, ist dagegen sehr hoch. Wenn diese Unternehmen dann ihren fairen Wert erreicht haben, wird der aktive Fondsmanager diese Aktien veräußern und mit dem Gegenwert die nächsten gesunden Unternehmen günstig einkaufen. All das passiert auf keinen Fall bei passiven Indexfonds. Und genau das kann langfristig zu Enttäuschungen und sogar Verlusten für deren Anleger führen.

Wie finden Anleger nun aber die aktiven Fonds, die zu ihren finanziellen Wünschen passen? Entscheidend ist, auf eine großeund unabhängige Auswahl verschiedener Anbieter zurückgreifen zu können. Daher sollten sich Kunden in Sachen Geldanlage unbedingt von einem Finanzanlagenvermittler beraten lassen. Nur ein solcher Makler kann als Sachwalter des Kunden, unabhängig von Banken und Versicherungen, die Fondsbausteine zusammenstellen, die individuell zur Kundensituation passen.

Mit der Beachtung von einfachen Grundregeln und der Anlage in Publikumsfonds werden auch endlich Deutsche Sparer zumAnleger. Erst dann werden diese Anleger ihr Geld auch tatsächlich für sich arbeiten lassen.

Quelle: Cornelia Fentzahn, Vertriebsleiterin Investment, Invers GmbH, Leipzig

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