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EZB flutet Märkte noch mehr

(1908 x gelesen) im
Dez 09 2015

Europäische Zentralbank flutet die Märkte noch mehr

Die Europäische Zentralbank (EZB) öffnet ihre Geldschleusen weiter. Der umstrittene Aufkauf von Anleihen, das sog. Quantiatative-Easing-Programm, welches im März dieses Jahres begann, wird um mindestens sechs Monate verlängert. EZB-Präsident Mario Draghi kündigte am Donnerstag, 03. Dezember an, dass das Programm „bis Ende März 2017 oder länger“ laufen werde. Bisher war ein Volumen von € 1,14 Billionen vorgegeben, nun werden es laut Draghis Worten € 1,5 Billionen. Dabei wurden zum jetzigen Zeitpunkt entsprechende Papiere von gesamt € 445 Milliarden erworben.

Funktionsweise

Notenbanken im Euroraum erwerben Staatsanleihen und andere Wertpapiere, wie Hypothekenpapiere und Pfandbriefe, im Umfang von monatlich € 60 Milliarden. Um Konjunktur und Preisauftrieb anzuschieben, werden schwerpunktmäßig Staatsschulden gekauft. Der Präsident der EZB sagte am Donnerstag, dass nun auch Schuldtitel von Kommunen und Regionen aufgekauft werden können. Im theoretischen Idealfall kommt das frische Geld durch die Kreditinstitute bei Verbrauchern und Unternehmern in Form von Darlehen an.

Angst vor ausbleibender Inflation

Laut der Aussage von Draghi ist eine Verlängerung des Aufkaufprogramms notwendig, um die Inflation in Gang zu bringen. Denn von einem jährlich geplanten zweiprozentigen Preisanstieg ist die Eurozone weit entfernt. Für das laufende Jahr wird mit einer Inflationsrate von 0,1 % gerechnet und das trotz der verordneten Geldschwemme. Viele Volkswirte und Notenbanker stehen den Anleihekäufen daher kritisch gegenüber. Von Seiten der Politik gelten dauerhaft niedrige Preise als Bedrohung für die Konjunktur, weil Verbraucher und Unternehmen in Erwartung auf weiter sinkende Kosten ihre Investitionen aufschieben könnten.

Negativzinsen für Banken werden erhöht

Bereits am Mittag wurde von der EZB eine Erhöhung des Strafzinses für Banken verkündet. So wird der Zinssatz, zu dem diese kurzfristig ihr Geld bei der jeweiligen Notenbank anlegen können, von minus 0,2 auf minus 0,3 Prozent erhöht. Mit dieser Aktion sollen Kreditinstitute gezwungen werden, überschüssige Gelder als Kredite weiter zu reichen, anstatt sie zu bunkern.

Was sagen Investmentexperten zu dieser Entscheidung?

Unmittelbar nach dem bekanntwerden der Verlängerung des Anleihenkaufprogramms stürzte der deutsche Aktienindex DAX um drei Prozent ab, während der Euro um 3 Cent auf $ 1,09 zulegte. Der Markt hatte mit weitreichenden Entscheidungen gerechnet, daher fällt auch die positiv erwartete Resonanz diverser Investmentexperten eher verhalten aus.

Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse, Baader Bank:

"Die Finanzmärkte sind von den letzten Entscheidungen der EZB offensichtlich enttäuscht. Die Marktenttäuschung hat EZB-Präsident Draghi sich selbst zuzuschreiben. Er und sein Chef-Volkswirt wurden in den letzten Wochen nicht müde, eine noch großzügigere Geldpolitik in Aussicht zu stellen. Wer mehr verspricht als er hält, darf sich über Enttäuschungen nicht wundern. Draghi dürfte im letzten Moment kalte Füße bekommen haben und wollte sich vom Markt nicht vorführen lassen, auch wenn er diesem die Wurst wie einem Hund vor die Nase gehalten hat.
Sehr fatal zeigt sich aber auch, dass die Geldpolitik zum alles beherrschenden Einflussfaktor für die Finanzmärkte geworden ist. Sie sind vom billigen und üppigen Geld abhängig wie der Drogenabhängige vom nächsten Schuss. Jede noch so kleine geldpolitische „Enttäuschung“ - auch wenn die Expansion weniger expansiv ausfällt als erwartet - wird bestraft. Ohne „happy central banking“ zeigen die Aktien- und Rentenmärkte unverhohlen Missstimmung und schwächen damit die fundamentalen Aufwärtskräfte noch mehr."

Daniel Hartmann, Senior Analyst Economics, Bantleon:

Mario Draghi hatte im Vorfeld der EZB-Sitzung sehr hohe Erwartungen geweckt. Noch vor zwei Wochen (anlässlich einer Rede vor dem Bankenkongress in Frankfurt) wies er nachdrücklich auf die Gefahr zu niedriger Teuerungsraten für zu lange Zeit hin. Die Preissteigerungsrate müsste daher so schnell wie möglich zum Inflationsziel zurückgeführt werden. Um dies zu erreichen, stünde dem EZB-Rat die gesamte Maßnahmenpalette zur Verfügung – einschließlich einer Ausweitung des QE-Programms und einer Senkung der Leitzinsen.
Keine Frage: Draghi ist im Vorfeld zu weit vorgeprescht. Offensichtlich war der Wiederstand im EZB-Rat gegen den ganz großen Wurf zu stark. Der Notenbankpräsident musste aber auch dem wirtschaftlichen Umfeld Tribut zollen. Im Vergleich zu Oktober wurde den konjunkturellen Abwärtsrisiken im offiziellen Statement weniger große Bedeutung beigemessen. Stattdessen wurde der Fortgang der zyklischen Erholung anerkannt.
Was die künftige Geldpolitik anbetrifft, ist die Lage nicht einfacher geworden. Wir rechnen zwar bis Mitte 2016 mit einer Fortsetzung der zyklischen Erholung, sodass im Grund keine zusätzlichen geldpolitischen Impulse erforderlich sind. Dennoch reicht nunmehr bereits ein kleiner Rückschlag aus, um die Währungshüter erneut auf den Plan zu rufen. Im 2. Halbjahr 2016 nimmt die Wahrscheinlichkeit weiterer expansiver Maßnahmen ohnehin zu – dann dürfte sich das konjunkturelle Umfeld wieder eintrüben."

Frank Engels, Leiter Rentenfondsmanagement bei Union Investment:

"Die EZB gibt Gas – aber deutlich weniger als erwartet. Vor allem gab es keine Ausweitung des monatlichen Ankaufvolumens – das hat die Märkte klar enttäuscht. Dennoch: Der Schritt läutet das Auseinanderlaufen der Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken ein, da die US-Notenbank Fed bald den Startschuss für die Zinswende geben wird. Die Zurückhaltung der EZB erleichtert der Fed den Umschwung sogar noch, da der Aufwertungsdruck auf den US-Dollar nachlässt.
Diese Divergenz – also Fed sanft auf der Bremse, EZB leicht auf dem Gas – ist historisch betrachtet äußerst selten und kann zu Schwankungen an den Kapitalmärkten führen. In Anbetracht der hohen Markterwartungen im Vorfeld sind die heute beschlossenen EZB-Maßnahmen keine gute Nachrichten für den europäischen Rentenmarkt, sowohl bei sicheren Staatsanleihen als auch bei Papieren mit Renditeaufschlag. Für die Aktienmärkte ist das Paket zunächst einmal nicht der erhoffte Kursbeschleuniger. Aber: Wenn die erste Enttäuschung nachlässt, werden die positiven Äußerungen Draghis zur europäischen Konjunktur auch ihre unterstützende Wirkung auf den Aktienmarkt nicht verfehlen. Der Euro dürfte von der schwächer als erwarteten Lockerung temporär profitieren."

Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX:

"Der EZB-Präsident hat die Erwartungshaltung des Marktes nach mehr Liquidität in der jüngeren Vergangenheit stets befriedigt. Nur nicht heute. Ist ein Crash im DAX damit unausweichlich und gleichzeitig das Erreichen der Parität im EUR/USD vom Tisch? Nein, definitiv nicht. Die EZB wird weiter geldpolitisch liefern, auch mit Aussicht auf eine weitere Schwächung des Euros und des Ankurbelns der Inflation in der Euro-Zone.
Das, was wir gerade zu sehen bekommen ist eine Art "Bäume schütteln": All diejenigen, die den so klaren Fall in Richtung und unter die Parität im Euro zum US-Dollar und gleichzeitig einen Sturm des DAX in immer höhere Höhen als so klar erachtet haben, werden nun aus ihren Träumen und so sicheren „Wetten“ gerissen."

Ulrike Jäger, Leiterin Portfoliomanagement bei Sal. Oppenheim:

"Mittelfristig wird der Aktienmarkt profitieren. Die liquiditätsgetriebene Hausse geht weiter. Zudem bleiben Dividendentitel schon allein aufgrund des Mangels an Alternativen im Rentenbereich relativ attraktiv. Europäische Unternehmensanleihen profitieren indirekt. Auch wenn dieses Anleihen-Segment nicht direkt von der EZB gekauft wird, sind sie eine Kauf-Alternative zu euroländischen Staatsanleihen und Pfandbriefen. Die ausgeweitete Geldpolitik wird sich daher auch im Bereich der Unternehmensanleihen positiv auswirken."

Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von Allianz Global Investors:

"Auch wenn die Märkte mit Enttäuschung reagiert haben, sind die von Mario Draghi bekannt gegebenen Entscheidungen eigentlich gute Nachrichten. Sie zeigen, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik an ein verändertes makroökonomisches Umfeld angepasst hat. So haben die wesentlichen Argumente, die Ende September für eine weitere Lockerung der Geldpolitik ins Feld geführt wurden, insbesondere die Furcht vor einer abrupten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China und die Unsicherheit im Hinblick auf eine mögliche Zinswende in den USA, an Relevanz eingebüßt. Mit ihrer heutigen Ankündigung vollzieht die EZB nicht nur eine logische Anpassung, sondern erhält sich gleichzeitig alle Handlungsoptionen für die kommenden Monate offen."

Thomas Böckelmann, Investmentchef bei EuroSwitch:

"Die Notenbanken agieren immer mehr nach eigenen Gesetzen. Insbesondere die Europäische Zentralbank wird mittlerweile von zahlreichen Rechtsgelehrten als Institution betrachtet, die ohne demokratisch legitimiertes Mandat den Kern der Europäischen Währungsverfassung – das Verbot monetärer Staatsfinanzierung – ignoriert. Die Maßnahmen der EZB werden von einem Pragmatismus getrieben, der angesichts politischer Konzeptlosigkeit im Umgang mit den strukturellen Problemen der Währungsunion leider notwendig scheint. Dabei entsteht die Gefahr, dass die EZB ihre Unabhängigkeit verliert. Sie ist gefangen zwischen politischen Interessen und Unterlassungen einerseits und den selbst geschürten Kapitalmarkterwartungen andererseits.
Die Einschätzung renommierter Volkswirte, dass das Experiment „Euro“ gescheitert sei, wird durch die heutige Entscheidung, den Einlagenzins von -0,2% auf -0,3% weiter zu senken, nicht entkräftet. Die Fehlallokation des Kapitals durch den Wegfall des Zinsregulativs wird dringend nötige Zukunftsinvestitionen weiter verhindern. Bereits heute zeigt sich, dass Unternehmen lieber billiges Geld aufnehmen um eigene Aktien zurückzukaufen statt neue Projekte zu erschließen. Sparer sparen mehr statt zu konsumieren. Auch die Ausweitung des Staatsanleihekaufprogramms darf nicht als förderliche Maßnahme auf dem Weg der Vertrauensbildung betrachtet werden – wird doch auf diese Weise der Reformstau nur länger. Vielmehr werden auch schlecht wirtschaftende Länder mit negativen Zinsen belohnt – das heißt Finanzminister bekommen sogar noch Geld für die Kreditaufnahme. Aktuell sind bereits 2.000 Milliarden Euro an Staatsanleihen negativ verzinst – Tendenz steigend. Nur die US-Notenbank scheint am 16. Dezember mit einer potentiellen Zinserhöhung den Weg zurück in die Normalität einleiten zu wollen.
Angesichts fehlender Aussichten auf die politische Umsetzung struktureller Reformen ist das heute verkündete Maßnahmenpaket nur ein weiteres Dokument der Ratlosigkeit und der zunehmenden Zerstrittenheit unter den Euroländern. Die zwischen den Währungsregionen US-Dollar und Euro entstehenden Zinsdifferenzen werden die Volatilität an den Weltfinanzmärkten erhöhen. Mehr Risiko ist die Schattenseite des Elixiers „Liquidität“."

Fazit: mehr Schein als Sein

Das Quantitative-Easing-Programm ist eine auf die Theorie gut abgestimmte Maßnahme, in der Praxis verfehlt sie allerdings ihre Wirkung. Der sparwillige Bürger zahlt wie so oft drauf,  wenn er sein Geld bei einer Bank anlegen möchte. Denn dort erhält er faktisch keine Zinsen mehr, schlimmer noch, er enteignet sich. Besonders dramatisch ist dies im Bezug auf die immer wichtiger werdende private Altersvorsorge.
Rufen Sie mich an, wenn Sie ihr Geld nicht mehr bei einem Kreditinstitut parken wollen. Ich informiere Sie gerne über rentable Anlageformen.

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